Um die Londoner und ihre zahlreichen Gäste in der Stadt zwischen verschiedenen Punkten hin-und herzufahren, werden verschiedene Möglichkeiten angeboten. Wer fremd in der Stadt ist tut gut daran, das eigene Auto stehen zu lassen und eine der öffentlichen Verkehrsvarianten zu nutzen. Denn so entgeht man Staus und Parkplatzproblemen und kann zudem noch die Möglichkeit nutzen, bestimmte Sehenswürdigkeiten direkt anzufahren.

Die London Underground

Die London Underground ist bereits seit 1863 in Betrieb und damit das älteste U-Bahn-System der Welt. Täglich fahren vier Millionen Fahrgäste unter der Erde durch London – eine gigantische Zahl. Auf elf verschiedenen Strecken ziehen sich über 400 Kilometer unterirdisch durch die Metropole und haben Haltestellen an 270 Punkten der Stadt.

Während im Süden der Stadt hauptsächlich überirdisch Verkehrsmittel unterwegs sind, zieht sich die U-Bahn vor allem nördlich der Themse durch die Stadt.

Die Besonderheit der U-Bahn sind ihre zwei Systeme: Surface und Tube. Erstere ist auf ehemaligen Eisenbahnstrecken unterwegs und kann daher auch wechselseitig mit Zügen der Eisenbahn genutzt werden. Das Tube-System ist ein Kleinprofilnetz in der Innenstadt, welches sehr weit unter der Erde verkehrt.

Mit dem Taxi durch London

Früher waren die Taxis in London groß und schwarz – so kennt man es aus Filmen. Dies hat sich teilweise überholt – doch der Taxibetrieb hat noch immer eine große Bedeutung für die Stadt. Sie werden von den Einheimischen „Hackney Carriage“ oder „Black Cab“ genannt. Die Cabs dürfen auch Passagiere am Straßenrand einsammeln. Die sogenannten Mini Cabs sind eine Art privater Mietautos, die man im Voraus buchen kann.

Mit dem Taxi fährt man zwar etwas teurer als mit der Bahn, aber ist dafür meist schneller. Die Taxen haben keinen Kofferraum, das Gepäck stellt man vor sich, wenn man im Heck Platz nimmt. Trinkgeld ist in Londoner Taxen unüblich

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Mit dem Bus durch London

Neben den verschiedenen Möglichkeiten sich in der Metropole auf Schienen zu bewegen, fahren durch London auch unzählige Busse. Einige von ihnen fahren auch nachts – im Gegensatz zu großen Teilen der Schienenfahrzeuge. Auf über 700 Linien wird die ganze Stadt angefahren – wobei an manchen Tagen rund 6 Millionen Fahrgäste mit den Bussen unterwegs sind.

Die Busse werden allerdings von verschiedenen Betreibern durch die Stadt geschickt. Doch „Transport for London“ koordiniert diese so, dass die Taktzeiten und Tarife ineinandergreifen.

Eines der Wahrzeichen der Stadt sind die bekannten roten Doppeldeckerbusse, die es auf zahlreichen Routen gibt.

In der Nähe des Victoria-Bahnhofes befindet sich eine Bus-Station, an der viele  der Linien ihre Endhaltestelle haben. Von hier gibt es die Möglichkeit, in Überlandbusse umzusteigen, die teilweise von hier zu großen Touren in andere Städte und ganz Großbritannien aufbrechen.

Docklands Light Railway (DLR)

Die unter der Abkürzung DLR bekannte Bahn ist eine fahrerlose Stadtbahn, die in den Osten Londons, zu den Docklands, fährt. Sie ist eng mit der U-Bahn verbunden, und bietet zu deren Streckennetz Umsteigemöglichkeiten. Das 31 Kilometer lange Streckennetz ist so aufgebaut, dass es die U-Bahn ergänzt, und hat sich deshalb auch deren Tarifsystem angepasst. Die Bahn ist erst seit rund 30 Jahren in Betrieb und soll die angefahrene Hafenregion aufwerten.

Die Eisenbahn (und Ihre Bahnhöfe)

In London ebenfalls stark präsent ist die Eisenbahn, die allein in London 14 Hauptbahnhöfe betreibt. Während sich internationale Schnellzüge mit Flughafenzubringern und Intercity-Zügen die „Tür in die Hand“ geben, gibt es auch zahlreiche Strecken, die in die Vororte fahren und dort das Nahverkehrsnetz ergänzen.

Die Hauptbahnhöfe sind im Westen und Nordwesten Paddington und Marylebone, im Süden und Südwesten Victoria und Waterloo sowie im Südosten Cannon Street, London Bridge, Charing Cross und Blackfriars. Des Weiteren gibt es St. Pancras, Kings Cross, Euston, Moorgate, Fenchurch Street und Liverpool Street.

Die Vorortzüge verkehren nicht streng nach der Stadtgrenze, sondern erschließen auch die umliegenden Metropolregionen. Die steigende Zahl an Fahrgästen, vor allem Pendlern, hat die Londoner den Plan fassen lassen, dass ein Innenstadttunnel, ähnlich der RER in Paris, erbaut werden soll. Crossrail ist mit 16 Kilometern geplant und soll von Paddington über Liverpool Street bis in die Docklands führen.

Fragen und Antworten

Warum hat London so viele Linien und Betreiber im Nahverkehr?

Das Unternehmen „Transport for London“ wird vom für den Nahverkehr zuständigen Oberbürgermeister beauftragt, die betrieblichen Belange des Nahverkehrs zu koordinieren. So hat man die Aufgabe, die Konzessionen an die Betreiber zu vergeben, die sich zahlreich in London angesiedelt haben. Die mehrjährigen Konzessionen werden vergeben, nachdem sich die Verkehrsunternehmen auf Ausschreibungen beworben haben.

So kann ein Busunternehmen bestimmte Linien bedienen oder auch ein Transportunternehmen einen Teil der U-Bahn-Strecken auf eigene Rechnung betreiben. In die Zuständigkeit des „Transport for London“ fallen auch Taxiwesen und der Unterhalt der wichtigsten Straßen.

Welche Tickets brauche ich in London?

Vor allem für Touristen, die sich in London nicht auskennen, ist der offizielle Fahrtenplaner der „Transport for London“ interessant. Er ist unter dem Namen „Journey Planner“ abrufbar. Außerdem gibt es für Fragen der Route oder der Tickets eine Hotline, die den Gesprächstarif für ein Ortsgespräch in London kostet; erreichbar unter 020 7222 1234. Auch bei Google Maps sind die Fahrplandaten für London eingespeist.

Prinzipiell ist das Ticketsystem nach Zonen eingeteilt.

Für die Nahverkehrszüge der Eisenbahn gibt es ein Schienennetz im Internet. Alles, was hier innerhalb der schwarz gestrichelten Linie zu finden ist, kann mit der Oyster Card oder Travelcard benutzt werden. Außerhalb wird ein extra Ticket benötigt. Die gleichen Karten sind auch für London Overground und Tramlink sowie Docklands Light Railway sowie Underground gültig. Bei letzterer gibt es Schranken, an denen man die Karte entweder in einen Schlitz stecken oder vor einen Scanner halten muss.

Die Oyster Card oder Travelcard sind unbedingt zu empfehlen, weil die Einzeltickets viel zu teuer sind. Es sei denn, dass man wirklich nur eine Fahrt benötigt. Die Oyster Card ist eine Art elektronischer Fahrkarte, auf die man ein Guthaben lädt, welches sich automatisch verringert, wenn man die Karte an das Lesegerät beim Einsteigen hält. Gegen 5 Pfund Pfand kann man diese Karte an fast allen Bahnhöfen und entsprechenden Automaten erhalten. Wer sie abgibt, bekommt Pfand und Restguthaben erstattet.

Die Oyster Card hat weitestgehend die Travelcard verdrängt, die es schon früher gab, zumal diese aus Papier sind und daher anfälliger gegen Knicke und Wasser. Heute gibt es deshalb von der Travelcard nur noch Tageskarten.

Welches Nahverkehrsmittel ist in London empfehlenswert?

Alle genannten Nahverkehrsmittel sind gut zu nutzen und auch für Fremde mit einem entsprechenden Plan zu durchschauen. Wer gleichzeitig etwas von der Stadt sehen will, sollte nicht unbedingt die U-Bahn benutzen, sondern mit dem Bus fahren.

Die Alternativen

Die Straßenbahn

Unter dem Namen Tramlink verkehrt durch den Süden von London eine Straßenbahn, die von der Verkehrsgesellschaft „Transport for London“ betrieben wird. Hauptsächlich der Stadtteil Croydon wird mit dem 28 Kilometer langen Netz bedient und ist mit seinen Haltepunkten so eingerichtet, dass man viele Umsteigemöglichkeiten zur U-Bahn oder zur Eisenbahn hat. Der Großteil des Netzes besteht aus ehemaligen Eisenbahnschienen.

Außerdem gibt es die London Overground, eine Art S-Bahn, die vor allem im Norden Londons verkehrt. Zu erkennen sind die entsprechenden Züge an der Farbe orange mit weißen Streifen.

Mit dem Fahrrad durch London

Wer gern mit dem Fahrrad unterwegs ist hat in London die Möglichkeit, sich einen Drahtesel zu mieten. Seit 2010 gibt es ein öffentliches System des Fahrradverleihs unter dem Namen „Santander Cycles“. Dieser bietet über 10.000 Fahrräder an rund 700 Stationen an. So kann man auch kurze Strecken mit dem Fahrrad erledigen, da man an einer Station das Rad ausleihen und an einer anderen wieder abgeben kann.

Bustour durch London

Mit dem berühmten roten Doppeldecker kann man preisgünstig durch die Stadt bummeln. Dabei sieht man viele Sehenswürdigkeiten und kommt ganz nebenbei noch von A nach B. Meist zahlt man nur einen geringen Pauschalpreis, für den man so weit fahren kann wie man will.

Außerdem ist es empfehlenswert, eine der Londoner Bustouren zu buchen. Damit lässt sich prima die Stadt kennen lernen und hat einen Tourleiter, der Historisches und Interessantes erzählt. Dabei gibt es Besonderheiten wie die Nachtouren, Filmtouren oder auch eine Fahrt zu den berühmtesten Wahrzeichen zur Auswahl.

Fazit

Alles in Allem lohnt es sich, im Netz allgemeine Infos über den Nahverkehr einzuholen, damit man einigermaßen im Bilde ist. Aber auf alle Fälle kann man mit den verschiedenen Arten des Nahverkehrs einfach und preisgünstig London durchqueren.